Wir über uns

Die Neue Arbeit Brockensammlung hilft Menschen auf ihrem Weg zurück in den Arbeitsmarkt – eine Einrichtung des Ev.-luth. Kirchenkreis Göttingen

Die Beschäftigung und Qualifizierung von langzeitarbeitslosen Menschen ist seit 35 Jahren die satzungsmäßige Aufgabe der Neuen Arbeit Brockensammlung. Zu diesem Zweck wurden Arbeitsbereiche und Einsatzfelder geschaffen, um eine „marktnahe“ Heranführung an Arbeit und einen sinnstiftenden Charakter zu gewährleisten. Auch Menschen, die aufgrund ihres Flüchtlings- und Migrationshintergrundes Unterstützung bei der Integration in die deutsche Arbeits- und Lebenswelt brauchen, stehen unsere Angebote offen.

In unseren unterschiedlichen Abteilungen (Verkauf, Malerabteilung, Tischlerei, Garten-/ Landschaftsbau, Lager/Transport, Reinigung, Töpferei) können die Teilnehmer unter qualifizierter und erfahrener Anleitung arbeiten. Hier haben sie die Chance wieder eine Tagesstruktur positiv zu erleben, Arbeitsabläufe kennen zu lernen und einfach Freude an der Arbeit und der Zusammenarbeit mit anderen zu haben. Außerdem erleben sie eine vertrauensvolle Atmosphäre und einen respektvollen Umgang miteinander. Die Teilnehmer erfahren zudem Anerkennung, wenn unsere Kunden mit der Arbeit zufrieden sind.

Von Beginn an werden alle Teilnehmenden von unserem erfahrenen Sozialdienst begleitet – der Schwerpunkt in unserer Arbeit: Unterstützung bei der Wohnungssuche, bei der Bewältigung von Abhängigkeitserkrankungen, der Schuldenregulierung oder Bewährungsauflagen. Sie haben die Chance sozialpädagogische Unterstützung bei der Bearbeitung von Alltagsproblemen und bei Integrationsschwierigkeiten zu erhalten. Die Erarbeitung eines Selbstwertgefühls und der Aufbau eines „neuen“ Selbstbewußtseins sind dabei sehr wichtige Faktoren auf dem Weg in die Gesellschaft und in die Arbeit. Als diakonische Einrichtung ist es uns wichtig, den gesamten Menschen zu fördern – mit seinen Kompetenzen, seinen Problemen und seinen Potenzialen. Ziel ist dabei immer die Entwicklung einer langfristigen Arbeits- und Berufsperspektive. Die sozialpädagogische Begleitung ist die Basis der Neuen Arbeit Brockensammlung: Sie ist offen für alle Arbeits- und Hilfesuchenden.

Der andere Faktor, der uns hier in der Region von ähnlichen Projekten unterscheidet, ist die Marktnähe mit der wir in unseren Abteilungen arbeiten. Wir können Menschen, die lange nicht oder noch nie im Arbeitsleben standen, nur sinnvoll und erfolgsversprechend auf den Alltag und die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereiten, wenn sie genau dort und möglichst unter realitätsnahen Bedingungen mit unseren Kunden und Auftraggebern tätig sind. Zum anderen leisten wir damit einen entscheidenden Beitrag zur Finanzierung und Absicherung unseres Betriebes.

Woher kommt der Name „Brockensammlung“?

Der Name „Brockensammlung“ geht zurück auf eine Einrichtung in den bekannten Anstalten Bethel bei Bielefeld für Epilepsiekranke und Behinderte. Deren erster Leiter, Pastor Friedrich v. Bodelschwingh, gründete dort in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Sammelstelle für gebrauchte Gegenstände aller Art, die sonst wohl einfach weggeworfen worden wären. Abgesehen von dem Wiederverwendungsnutzen brachte das sinnvolle Beschäftigung für die Behinderten, die die Sachen sichten und sortieren konnten. Auf den Namen „Brockensammlung“ kam Bodelschwingh durch die biblische Geschichte, in der bei Jesus eine tausendköpfige Menge, die ihm zugehört hatte, auf erstaunliche Weise gespeist wurde. Da heißt es zum Schluss: „Sie aßen alle und wurden satt; und sie sammelten auf, was an Brocken übrig blieb, sieben Körbe voll.“ (Matthäus 15,38)

Das Betheler Beispiel machte an vielen Orten Schule, u.a. auch in Göttingen. Hier rief der Evangelische Frauenverein schon vor dem ersten Weltkrieg eine „Brockensammlung“ ins Leben. Deren Tradition wurde in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts zunächst von der Straßensozialarbeit aufgegriffen und fortgesetzt.

Seit den 80er Jahren entstand dann die heutige „(Neue Arbeit-)Brockensammlung“ als eigenständige diakonische Einrichtung der evangelischen Kirche in Göttingen. Wenn hier jetzt nicht nur Sachen gesammelt, sondern vor allem Langzeit-Arbeitslose gefördert und qualifiziert werden, so bekommt dadurch der Name „Brockensammlung“ eine Erweiterung seiner Bedeutung: Nicht nur Dinge, viel mehr noch Menschen sollen nicht einfach „weggeworfen“ werden, sondern eine neue Lebenschance erhalten.